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Bericht vom 30.07.2008
THW-Jugend aus Apolda und Görlitz in Trier beim Bundeswettkampf dabei...

Das angekündigte Gewitter blieb glücklicherweise aus, so dass der Wettkampf ordnungsgemäß nach zwei Stunden beendet werden konnte. Mit 492 von maximal 505 erreichbaren Punkten gewannen die Jugendgruppe aus dem bayerischen Amberg – allerdings nur mit hauchdünnem Vorsprung vor der Jugendgruppe Hermeskeil (Rheinland-Pfalz) die für die zehn Wettkampfaufgaben zwar 16 Minuten weniger benötigt hatten, aber nur 491 Punkte erreichten. So blieb Rheinland-Pfalz als gastgebendem Bundesland lediglich der zweite Platz. Dass Geschwindigkeit alleine nicht ausschlaggebend war, zeigte sich auch bei den Jugendlichen aus Freisen (Saarland). Die Saarländer hatten den Wettkampf jubelnd als Erste nach nur 94 Minuten beendet, mussten sich dann aber mit 480 Punkten und dem dritten Platz begnügen.

Punkte wurden sowohl für die Qualität der Umsetzung als auch für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften vergeben – beide Kriterien sind im „echten“ THW-Einsatzfall unter Umständen von lebenswichtiger Bedeutung und werden deshalb höher bewertet als das Tempo.

Wer diese „Junghelfer“ bei der Arbeit beobachtet hat, der weiß, dass sich das THW um motivierten und qualifizierten Nachwuchs kaum zu sorgen braucht. So gab es – völlig zu Recht – schon bei der Begrüßung und Wettkampferöffnung jede Menge Vorschußlorbeeren von Peter Altmaier, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, und vom Trierer Bürgermeister Georg Bernarding: „Im Grunde könne sich jede der 16 teilnehmenden Mannschaften ohnehin als Gewinner betrachten, denn wer über derartige Fähigkeiten und Kenntnisse verfüge und sie dann zum Wohle der Allgemeinheit einsetze, der repräsentiere eine Jugend, auf die jeder nur stolz sein könne “.

Die zehn Aufgaben hatten es in sich: Unter anderem musste ein Holzsteg gebaut werden, um einen künstlichen Bachlauf zu überbrücken. Dieser Stegbau war die anspruchsvollste und langwierigste der Aufgaben. Deswegen arbeiteten die meisten Wettkampfteams parallel: einige Teilnehmer begannen damit, Vierkanthölzer zurechtzuzimmern und Bretter mit Tauen zu verbinden, während andere einen Kriechgang frei räumten, Stromkabel verlegten oder Wasser über einen Hindernissparcour transportierten. Außerdem waren zwei Verletzte aus schwieriger Lage zu bergen und mit Erster Hilfe zu versorgen. Jede Mannschaft musste zusätzlich unter Beweis stellen, dass sie mit Sprechfunk umgehen und sich anhand von Kartenkoordinaten orientieren kann. Die bis zum Wettkampfbeginn geheim gehaltene Geschicklichkeitsaufgabe war eine Herausforderung auch für die Kommunikationsfähigkeit der Teams: mit dem Hebekissen musste eine wassergefüllte Mörtelwanne einseitig angehoben und so exakt 2,5 Liter Wasser in einen Eimer umgegossen werden – und zwar blind, nur mit Hilfe von Ansagen. Trotz anhaltender Hitze und lauter Geräuschkulisse arbeiteten die Kinder und Jugendlichen hoch konzentriert und ließen sich durch nichts ablenken.

Bei der Siegerehrung wurden außerdem Sonderpreise vergeben für die jüngste teilnehmende Mannschaft (Ortsverband Görlitz, Sachsen, Durchschnittsalter: 13,5 Jahre) und für den höchsten Mädchenanteil (OV Freisen, Saarland, vier der zehn Wettkampfteilnehmer waren weiblich).

Die beiden Teams (Apolda und Görlitz) aus dem Länderverband waren mit Abstand die jüngsten Mannschaften. Sie kämpften um jeden Punkt und strengten sich besonders bei der Ersten Hilfe an. Trotz der Platzierungen vertraten beide Teams den Länderverband vorbildlich, so auch der Dank des Landesbeauftragten Manfred Metzger. Als die volle Last des Wettkampfes nach 120 Minuten von den Apoldaern abfiel gab es kein Halten mehr, alle sprangen in das künstliche Wasserbecken.

Nass wurde es in der Nacht auch für die Erfurter, sie mussten durch den starken Regenfall in die Messehalle umziehen, ihr Zelt war undicht.

In Trier vertraten die Jugendgruppen aus Apolda, Erfurt, Suhl, Nordhausen, Görlitz, Freiberg, Kamenz, Leipzig, Pirna, Radebeul und Zwickau den Länderverband.

Ergebnisse Bundeswettkampf im Einzelnen
  1. Amberg, Bayern (492 Punkte)
  2. Hermeskeil, Rheinland-Pfalz (491 Punkte)
  3. Freisen, Saarland (480 Punkte)
  4. Bad Segeberg, Schleswig-Holstein (472,5 Punkte)
  5. Dillenburg, Hessen (472 Punkte)
  6. Künzelsau, Baden-Württemberg (469,5 Punkte)
  7. Hamburg-Bergedorf, Hamburg (448 Punkte)
  8. Bremen, Bremen (421,5 Punkte)
  9. Göttingen, Niedersachsen (419,5 Punkte)
  10. Calbe, Sachsen-Anhalt (416,5 Punkte)
  11. Pasewalk, Mecklenburg-Vorpommern (399,5 Punkte)
  12. Team Brandenburg, Brandenburg (381,5 Punkte)
  13. Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin (355,5 Punkte)
  14. Wuppertal, Nordrhein-Westfalen (335,5 Punkte)
  15. Apolda, Thüringen (326 Punkte)
  16. Görlitz, Sachsen (307 Punkte)
Zahlen, Daten und Fakten zum Bundesjugendlager 2008

Teilnehmer
3300 Teilnehmer aus allen 16 Bundesländern, darunter mehr als 550 weibliche Teilnehmer und über 1000 Erwachsene, davon 70 Schiedsrichter für den Wettkampf. Gäste: zwei Jugendfeuerwehrgruppen aus Deutschland und eine Gruppe der polnischen Jugendfeuerwehr.

Technik
über 400 Zelte, über 500 Fahrzeuge, Stromverbrauch entspricht einem Dorf mit 1000 Einwohnern, Stromverteilung mit zwei Kilometer Starkstromkabel, 500 Stromanschlusspunkte, 115 Toiletten und diverse Urinale, 110 Duschen, 160 Meter Abflusskanäle, 400 Meter Frischwasserleitung.

Verpflegung
Während der Lagertage werden u. a. gefuttert: 82500 Brötchen, 1100 Kilogramm Butter, 3500 Fleischspieße, 3500 Frikadellen, 3500 Schnitzel, 700 Kilogramm Gyros, 8000 Äpfel, 8000 Birnen, 3000 Orangen, 200 Kilogramm Salat, 500 Kilogramm Aufschnitt, 600 Kilogramm Käse, 21000 Portionen Nuss-Nougat-Creme.

Text: THW


Fotos zum Bericht:

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 Fotos: Rainer Beichler / Für Großansicht bitte anklicken



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