
|
| Bericht vom 13.06.2010 |
|
Technische Neuerungen im THW
„Das neue Flaggschiff – groß, stark, zuverlässig“ verkündete der der Schriftzug auf der Windschutzscheibe des
Gerätekraftwagens vom THW-Ortsverband Tempelhof-Schöneberg in Halle 4. Zahlreiche Messebesucher nutzten die Gelegenheit sich
über die technischen Errungenschaften des THWs zu informieren.
Weit oben in der Gunst der Messebesucher rangierte der Prototyp eines THW-Schreitbaggers. Dabei handelt es sich weltweit um den ersten
seiner Art, der auch komplett fern-steuerbar ist. Mitentwickler Dr. Thomas Wellenhofer, selbst Mitglied im THW-Ortsverband Berchtesgadener Land:
„Was die Leistungsfähigkeit des Menschen angeht, so stoßen wir rasch an unsere Grenzen. Wir brauchen also etwas, was über die Kraft des Menschen
hinaus geht, um der Bautechnologie entgegenzuwirken. Am Schluss soll eine Art Roboter entstehen.“
Wellenhofer arbeitet schon seit 2003 mit einem zwanzigköpfigen Team an der Verwirklichung dieser Vision. Derzeit tüfteln die engagieren Helfer
aus Remscheid und dem Berchtesgadener Land daran, eine Kamerasteuerung in die Fernbedienung zu implementieren. Ziel ist es, dass Bergungsarbeiten
künftig außerhalb von gefährlichen Bereichen gesteuert werden können. Voraussichtlich in drei bis vier Jahren wird der Schreitbagger dann serienreif sein.
Seit 2006 können die Baufachberater auf ein nützliches Hilfsmittel zurückgreifen: Das Einsatzstellen-Sicherungssystem (ESS). Dieses kann bei
einsturzgefährdeten Gebäuden schon frühzeitig Bewegungen im Submillimeterbereich ausmachen. Retter können so nun eher aus gefährdeten
Regionen evakuiert werden, weiß Harald Wiebinger, der ehrenamtlich als THW-Baufachberater tätig ist. Seit 2005 hat sich das System schon
bei etlichen Schadenslagen, wie beim Einsturz der Eislaufhalle in Bad Reichenhall und bei diversen Hallenbränden, bewährt.
Auch in Puncto Hochwasserbekämpfung kann das THW mit Neuerungen aufwarten. Basierend auf den Erfahrungen bei der Flut 2002 entstand im
THW-Ortsverband Donauwörth eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Entwicklung mobiler Hochwasser-Pegel-Messgeräte beschäftigte.
Ähnlich wie eine Wetterstation protokolliert die selbst geschriebene Software der Helfer Temperaturen und Pegelstände von Flüssen und Teichen
und schlägt bei kritischen Werten via GPRS automatisch Alarm. Eine Akkuladung versorgt das Gerät für fünf Tage mit Strom.
Christoph Schedl, vom THW-Ortsverband Donauwörth über die praktischen Erfahrungen: „Unser System wurde sehr erfolgreich in Polen eingesetzt und
läuft derzeit noch bei Schwedt an der Oder im Brandenburger Land. Durch unsere Hilfe konnten wir wesentlich gezielter die Pumpen zum Einsatz bringen.“
Mittlerweile sind 45 selbst gebaute Messstationen bundesweit im THW verfügbar. Durch die gesammelten Daten können bei künftigen
Hochwassern schon deutlich eher relevante Einsatzschwerpunkte ausgemacht werden.
Text: Philipp Nils Neumayer, Team Öffentlichkeitsarbeit THW Landesverband Sachsen, Thüringen
Fotos zum Bericht:

ESS

mobiler Pegel

mobiler Pegel

mobiler Pegel

neuer GKW

Schreitbagger

Stand
Fotos: THW / Für Großansicht bitte anklicken
|
 |
 |
|
|