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| Bericht vom 09.06.2010 |
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Fachvorträge zum bürgerlichen Engagement im THW
In mehreren Fachvorträgen wurde am Dienstag das bürgerliche Engagement im THW fokussiert. Durch die Veranstaltungen des Thementages
führte Hans-Joachim Derra, Beauftragter für das Ehrenamt im THW.
Astrid Czerny, Projektleiterin im THW,ging im ersten Beitrag auf die interkulturelle Öffnung der Bundesbehörde ein. Sie stellte fest,
dass das Ziel des THW, ein Abbild der Gesellschaft zu sein, noch nicht in jedem Aspekt erreicht sei. So liege in Großstädten der Bevölkerungsanteil
mit Migrationshintergrund bei ca. 66%. Demgegenüber steht ein Anteil der entsprechenden Helferinnen und Helfern bei lediglich 3 %.
Die Gründe dafür liegen zum Teil an der Unbekanntheit des THW und dem Fehlen ehrenamtlicher Tätigkeit in den Herkunftsländern.
Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit solle dem begegnet werden.
„Die interkulturelle Öffnung beginnt im Kopf!“ In ihr sieht Astrid Czerny die Voraussetzungen für die gleichberechtigte Teilhabe aller
Bürgerinnen und Bürger. Zugangsbarrieren sollen abgebaut und Wege in das THW gezielt geöffnet werden. Das sei ein langfristiger Prozess,
der an drei Stellen aufgegriffen werde: Bewusstsein fördern, Projekte auf OV-Ebene durchführen sowie Strukturen und Abläufe überprüfen und
ggf. ändern. So können z. B. bei der Ausbildung der OV-Köche Alternativen zur Verwendung von Schweinefleisch thematisiert werden.
Die breite Verankerung der verschiedenen Kulturen stelle eine Bereicherung des gesamten OV-Lebens dar.
In Vortrag 2 stellten Hilmar Pletat, Schulleiter der Ernst-Schering-Oberschule, und Hubert Fitzel ein wegweisendes Projekt ihrer Gesamtschule
in Berlin-Wedding vor. Die Schülerschaft dort setzt sich aus 25 verschiedenen Nationalitäten zusammen. Der Anteil der Kinder und
Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegt bei 80 %. Bald hatten sich interessierte Schülerinnen und Schüler im Informationszentrum und
regelmäßig zu Ausbildungsterminen im OV Berlin-Mitte eingefunden. Jetzt sind mehrere Schüler der Ernst-Schering-Oberschule in die THW
Jugendgruppe aufgenommen.
Die Pädagogen betonten, dass durch dieses Projekt die Einbeziehung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gelungen sei. Die Heranführung
an gesellschaftliche Einrichtungen im sozialen Umfeld sei wichtig und die positive Akzeptanz des THW durch die Einsätze in
deren Herkunftsländern überaus förderlich gewesen. Der dadurch herbeigeführte Abbau von Hemmschwellen gegenüber staatlichen Einrichtungen
setze sich insbesondere auch in den Familien der Kinder und Jugendlichen fort. Der Umgang mit moderner Technik, die Stärkung der
Teamfähigkeit und die Nachhaltigkeit durch den frühen Beginn der speziellen Ausbildung könne auch dem Anliegen der Kompetenzentwicklung
voll gerecht werden.
Roman Hartrampf, Ortsbeauftragter des Ortsverbandes Idar-Oberstein, komplettierte die Vortragsreise am Nachmittag mit Innovationen im Bereich
der Helfergewinnung und -bindung. Hartrampf gab einen Einblick in seine Erfahrungen. Am Anfang verdeutlichte er, dass im Vergleich zur normalen
Bevölkerungsstruktur Frauen und junge Mädchen im THW unterrepräsentiert sind. Der Anteil der Helfern beträgt durchnittlich 9 % deutschlandweit
und ist damit deutlich zu gering, um sich in Zukunft den Herausforderungen im Bevölkerungsschutz zu stellen. Wesentliche Motive in der
Entscheidung für ein ehrenamtliches Engagement sind dabei eine sinnvolle Tätigkeit, der Inhalt der Aufgaben sowie die ausübende Gemeinschaft.
Das THW hat diese Punkte in seiner Strategie unter „Helfen, Technik und WIR“ zusammengefasst.
Mit dem Girls´ Day wurde der „Mädchenzukunftstag“ seit 2004 erfolgreich etabliert. Dabei sollen die jungen Mädchen für die Idee der
ehrenamtlichen Arbeit begeistert werden. Durch Erlernen und Ausprobieren wird auf das THW aufmerksam gemacht. Einen wichtigen Teil zeigte der
erfahrene Ortsbeauftragte mit dem Mentorinnenprojekt zur Erhöhung des Frauenanteils im THW. Mädchen und junge Frauen sollen für die Hilfe
am Nächsten gewonnen und langfristig gebunden werden. Besonders interessant dabei ist die Begleitung mit erfahrenen Mentorinnen aus dem THW.
Als Vertrauenspersonen stehen sie den Junghelferinnen und Helferinnen in den Ortsverbänden für ihre Fragen und Anliegen zur Verfügung und
helfen dabei, sich im Ortsverband nach Basisausbildung oder Neubeginn zu Recht zu finden.
Insgesamt präsentierten die Referentin und Referenten sehr anschaulich die vielfältigen Aspekte des bürgerlichen Engagements, die die Arbeit
im THW in der Zukunft wesentlich beeinflussen werden.
Text: Daniel Postelt und Falk Dietrich, THW Landesverband Sachsen, Thüringen – Team für Öffentlichkeitsarbeit
Fotos zum Bericht:

Astrid Czerny

Hubert Fitzel

Hans-Joachim Derra

Hilmar Pletat & Hubert Fitzel

Roman Hartrampf
Fotos: Daniel Postelt / Für Großansicht bitte anklicken
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