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| Bericht vom 22.03.2010 |
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HCP-Team tagte im THW-Ortsverband Aue-Schwarzenberg
Seit Dezember 2009 ist es offiziell bekannt – der THW-Landesverband Sachsen, Thüringen stellt eines der acht High-Capacity-Pumping-Module.
Nachdem Anfang des Jahres 2010 die Personalgewinnung startete, fand am 20.03.2010 das erste Teamtreffen im Ortsverband Aue-Schwarzenberg statt.
Vor wenigen Jahren gehörte es noch zur Ausnahme, wenn sich Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks mit Auslandseinsätzen
beschäftigten. Doch im Zuge der Europäischen Union gehört dies mehr und mehr zum Tagesgeschäft. Durch Maßnahmen, wie dem Anrainerstaatenkonzept,
EU-Gemeinschaftsverfahren, Schnelle Einsatzeinheit Bergung Ausland (SEEBA) und Schnelle Einsatzeinheit Wasserversorgung Ausland (SEEWA) wird es
immer wichtiger, zahlreiche Helferinnen und Helfer auf den Auslandseinsatz vorzubereiten. Dabei ist das Technische Hilfswerk mit SEEBA und SEEWA
schon umfangreich auf weltweite Einsätze vorbereitet, wie zurzeit in Haiti auch unter Beweis gestellt wird.
Im Zuge des EU-Gemeinschaftsverfahrens hat jeder Landesverband der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk den Auftrag von der THW-Leitung erhalten,
ein High-Capacity-Pumping-Modul, kurz HCP, aufzubauen. Der offizielle Startschuss hierfür wurde im LV Sachsen, Thüringen im Dezember des letzten
Jahres gegeben. Dabei gilt es, ein Team aus Experten zusammenzustellen, welches durch den Einsatz von Hochleistungspumpen im europäischen Ausland
und bei bestimmten vorliegenden Voraussetzungen auch darüber hinaus zum Einsatz kommen soll. Durch die Pumpenausstattung mit hoher Kapazität ist
das Einsatzfeld dieses Teams breitgefächert. Das Spektrum reicht von Pump- und Lenzarbeiten bei Hochwassersituationen, bis hin zum Transport von
Löschwasser über lange Strecken z.B. bei Waldbränden. Dabei wird auf die örtlich stationierte Ausstattung der Fachgruppen Wasserschaden / Pumpen
zurückgegriffen.
Zum Aufbau und der konzeptionellen Begleitung des HCP-Moduls wurde im Landesverband Sachsen / Thüringen eine Arbeitsgruppe einberufen, die sich
aus ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern zusammensetzt. Geführt wird diese durch Michael Vollweiler, Mitarbeiter der Landesdienststelle
Altenburg. Der Ortsverband Aue-Schwarzenberg ist mit zwei Delegierten an dieser Arbeitsgruppe beteiligt.
Am vergangenen Samstag, 20.03.2010, wurden die ersten 23 Mitglieder des HCP-Teams durch die Teilnehmer der Arbeitsgruppe auf ihre Aufgaben in
diesem Modul vorbereitet. Sie wurden durch Michael Vollweiler umfangreich geschult und erhielten einen ersten Einblick in die Strukturen und Aufgaben
des HCP-Moduls. Christian Seltmann, Delegierter des Ortsverbandes Aue-Schwarzenberg und Zugführer, übernahm im Anschluss die erste Einweisung
bezüglich der Pumptechnik. Da auch hier der Grundsatz „learning by doing“ gilt, starteten die Teilnehmer des Moduls ihre erste Trockenübung im
Gewerbegebiet Alberoda der Stadt Aue. Diese diente dazu, den Helferinnen und Helfern das Gefühl für das Gewicht der Druck- und Saugschläuche
zu geben. Die kleine Übung war notwendig, da zahlreiche Mitglieder des HCP-Moduls nicht aus den Fachgruppen Wasserschaden / Pumpen des THW
stammen und sich damit auf komplettes Neuland begaben. Zudem diente diese Simulation auch der Stärkung des Teamgefühls.
Im Rahmen des ersten Teamtreffens wurden auch noch zahlreiche Auswahlgespräche mit den Bewerbern geführt. Dabei ist es besonders wichtig,
dass sich die Interessenten für das HCP-Modul vor allem durch Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Flexibilität und psychischer sowie physischer
Belastbarkeit auszeichnen. Bei der Begrüßung des HCP-Teams im Ortsverband Aue-Schwarzenberg betonte der Landessprecher für Sachsen, Gerald Hiemer,
dass für eine Teilnahme an einem solchen Auslandsmoduls die gesamte Familie hinter dem Helfer stehen und viel Verständnis zeigen sowie
Unterstützung leisten muss.
Michael Vollweiler lobte das gezeigte Engagement der Helferinnen und Helfer zum Abschluss dieser Tagung und stellte in Aussicht, dass bis zum
Ende des Jahres 2010 die personelle Aufstellung soweit vorangebracht werden soll, dass das HCP-Modul in einfacher Besetzung Einsatzbereitschaft
melden kann. Des Weiteren gab er bekannt, dass sich das Team im August das nächste Mal zu einer Schulung treffen wird und dann auch die erste
große Übung direkt am Wasser stattfinden soll. Zur Weiterbildung der Teammitglieder stehen zudem zahlreiche Lehrgänge an den Bundesschulen des
Technischen Hilfswerks in Hoya und Neuhausen zur Verfügung.
Zum weiteren Ausbau des Auslandteams werden auch weiterhin noch engagierte Helferinnen und Helfer gesucht. Diese müssen auch nicht aus den
Fachgruppen Wasserschaden / Pumpen stammen – ein Quereinstieg ist möglich. Es sind zudem auch Bewerbungen von Neueinsteigern im Technischen
Hilfswerk denkbar.
Wie nahezu die gesamte Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, wird auch dieses HCP-Team durch das ehrenamtliche Engagement der Helferinnen und
Helfer getragen. Die Leistungsfähigkeit dieser nach EU-Standards entwickelten Module wurde bereits zur Hochwasserübung FloodEx 2009 in den
Niederlanden präsentiert. Zu dieser staatenübergreifenden Übung entsandte das Technische Hilfswerk erstmals vier HCP-Teams. In Zukunft soll
bei solch großen Ereignissen auch der Landesverband Sachsen / Thüringen vertreten sein.
Text: Michael Schulze, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit, Ortsverband Aue-Schwarzenberg
Fotos zum Bericht:
Fotos: Michael Schulze / Für Großansicht bitte anklicken
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