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| Übungsbericht vom 06.08.2009 |
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Länderübergreifende Zusammenarbeit der Helfer in Blau
Dass man gemeinsam mehr erreichen kann, zeigten am vergangenen Wochenende die Kameradinnen und Kameraden des Technischen Hilfswerkes
(THW) der Ortsverbände Rudolstadt/Saalfeld und Verden.
Ein Helfer des niedersächsischen Ortsverbandes Verden ist seit einigen Monaten Student in Jena und verrichtet seinen Dienst seither bei den
Rudolstädtern. So entstand auch die Idee, gemeinsam eine Übung durchzuführen und dafür eignete sich natürlich die jährliche Wochenendausbildung hervorragend.
In der Nacht zum Samstag reiste der Gast-Ortsverband mit 36 Helfern an und nach ein paar Stunden Schlaf begann der Ausbildungstag mit einem
gemeinsamen Frühstück. Im Anschluss wurden die Gruppen gemischt, sodass sich die Kameradinnen und Kameraden schon mal gegenseitig
beschnuppern konnten. Auf der Bleichwiese errichtete eine Mannschaft aus Gerüstteilen zwei sechs Meter hohe Türme. Diese wurden mit einer
Seilbahn verbunden, mit der man im Einsatz verletzte Personen schnell transportieren kann. Die anderen Helfer bildeten die Fachgruppe
Elektroversorgung des Ortsverbandes Verden und hatten zur Aufgabe mit einem 175 kVA-Aggregat die Tauchpumpen der Rudolstädter Fachgruppe
Wasserschaden/Pumpen an der Saale mit Strom zu versorgen. Bereits bei diesen Übungen konnte man gut sehen, dass die eigentlich fremden Helfer
sofort Hand in Hand arbeiteten. Das sollte sich später am Tag noch auszahlen.
Nach dem Rückbau trafen sich alle Teilnehmer der Wochenendausbildung wieder im Ortsverband Rudolstadt/Saalfeld zum gemeinsamen Mittagessen.
Doch wenig später piepten plötzlich etliche Funkmeldeempfänger und man hörte die Durchsage „Achtung, Achtung, Einsatz THW Rudolstadt –
Gasexplosion alte Großbäckerei Saalfeld – mehrere vermisste Personen – Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort“. Sofort wurden die Einsatzfahrzeuge
besetzt und der Ortsverband Verden kurzerhand in den Einsatz mit eingespannt. Natürlich handelte es sich hierbei um eine Übung, in die aber
nicht einmal die heimischen Helfer eingeweiht waren. Nach Erreichen des Einsatzortes bildeten die Zugtrupps der beiden Ortsverbände sofort
eine gemeinsame Einsatzleitung und teilten die übrigen Helfer ein. Hierbei kam die besondere Einsatzstruktur des THW zum Tragen, denn jeder
Ortsverband verfügt über genau die gleiche Grundausstattung: einen Zugtrupp sowie die Gerätekraftwagen I und II der 1. und 2.
Bergungsgruppe (BG). Und so erkundeten die 1. BG der beiden Ortsverbände zusammen mit der Rettungshundestaffel Saalfeld das einsturzgefährdete
Gebäude. Hauptaugenmerk mussten alle Einsatzkräfte auf die Rettung der neun vermissten und zum Teil schwer verletzten Personen legen.
Eine Transportvariante erinnerte sehr an die Übung vom Vormittag, indem eine Seilbahn aus dem ersten Obergeschoss gebaut wurde, um die Verletzten
schonend nach unten zu bringen. Stark beschädigte Wände erschwerten die Rettungsarbeiten und so kamen Großgeräte wie Trennschleifer,
Betonkettensäge und Aufbruchhammer, teilweise sogar nur mit Atemschutz, zum Einsatz.
Am späten Nachmittag konnte die Übung erfolgreich abgeschlossen werden und bei der Auswertung stellte man fest, dass die Helferinnen und
Helfer beider Ortsverbände sich gegenseitig gut unterstützen und ergänzten. Auch die Zusammenarbeit mit den anderen Rettungsorganisationen
funktionierte reibungslos – gute Voraussetzungen für einen echten Einsatzfall.
Den Abend ließen alle Kameradinnen und Kameraden in der Unterkunft in Partschefeld ganz gemütlich ausklingen, die Eindrücke des Tages wurden
ausgewertet und man lernte sich noch besser kennen. Man ist sich jetzt schon einig, dass der Ortsverband Rudolstadt/Saalfeld bald Gast in
Verden sein wird.
Text: Claudia Ortschig
Fotos zum Bericht:

Die Atemschutzgeräteträger werden in ihre Einsatzaufgabe eingewiesen

die Helfer am Boden nehmen den Verletzten in Empfang

Verletztentransport durch die Helfer

Verletztentransport über eine Seilbahn aus dem 1. OG
Fotos: THW / Für Großansicht bitte anklicken
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