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Einsatzbericht vom 27.05.2010
Gemeinsam gegen die Flut

Für viele der in der Nacht herbeigeeilten THW-Spezialisten wurde das Ausmaß des Hochwassers in Polen erst am nächsten Morgen sichtbar: großflächige Überschwemmungen, unpassierbare Straßen, bis zum Dach in den Fluten stehende Wohnhäuser und Betriebe, aufgeweichte und gebrochene Deiche, hochdrückendes Grundwasser. Die Trauer um Tote und die Verzweiflung der Menschen über den Verlust von über in Jahrzehnten mühsam aufgebautem Eigentum sind allgegenwärtig.

Im Kontrast zu diesem Stimmungsbild bestehen Hoffnung und Enthusiasmus durch die erlebte professionelle Hilfe im Verbund aller nationalen und internationalen Einsatzkräfte. Dazu zählen vor allem Feuerwehr, Rettungsdienst, Militär, Polizei, freiwillige zivile Helfer und auch das deutsche THW sowie weitere europäische Katastrophenschutzeinheiten. Alle Helferinnen und Helfer arbeiten koordiniert, kameradschaftlich und professionell daran, Menschenleben zu schützen, zu retten und Sachwerte zu sichern. Die schnelle und effektive Hilfe aus dem europäischen Ausland ist dabei einem seit zwei Jahren eingeführten EU-Gemeinschaftsregularium zu verdanken. Für die durch das THW dafür eigens aufgestellten Einheiten zur Bekämpfung von Hochwasser (HCP-Module) stellt der Einsatz in Polen die erste Bewährungsprobe dar.

Die Zusammenarbeit mit dem polnischen Katastrophenschutz erleben die THW-Spezialisten als mustergültig. Möglichen logistischen und sprachlichen Problemen wurde gleich von Anfang an entgegengewirkt. Bereits ab dem Sammelpunkt auf deutscher Seite, dem Ortsverband Görlitz, wurden den alarmierten THW-Einheiten Dolmetscher und Lotsen durch die polnische Feuerwehr (STRAZ) zur Seite gestellt. Im Einsatzgebiet stehen diese auch weiterhin rund um die Uhr zur Verfügung. Darüber hinaus ist die Kommunikation in Englisch meist problemlos. Die herzliche Gastfreundschaft motiviert viele THW-Helfer, ihren kleinen polnischen Vokabelschatz zu erweitern und anzuwenden.

Das HCP-Modul des Landesverbandes Sachsen, Thüringen ist als erstes vor Ort und im Einsatz. Die Spezialisten aus den Ortsverbänden Rudolstadt/Saalfeld, Eilenburg und Bautzen verfügen über drei Havariepumpen mit einer Gesamtfördermenge von ca. 25.000 Litern pro Minute. In und um Oppeln (Opole) wird unter der Leitung der polnischen Feuerwehr an verschiedenen Einsatzstellen Hilfe geleistet.

Holger Ziehm hat mit seinen Kameraden aus dem Ortsverband Rudolstadt/Saalfeld die Aufgabe, im Gelände einer großen Glasfabrik aufsteigendes Grundwasser über den Deich zurück in die Oder zu pumpen. Die schon in New Orleans (USA) zum Einsatz gekommene Havariepumpe mit einer Leistung von 15.000 Liter pro Minute benötigt dabei eine durchgängige Überwachung und Wartung. Das erfordert ein gut organisiertes Schichtsystem, in das sich Holger Ziehm eingegliedert hat. Der Medizintechnikstudent freut sich über die große Unterstützung und das Interesse der Bevölkerung. Neben Angeboten von vielerlei Speisen und Getränken wird immer wieder anerkennend nach den Leistungsdaten der eingesetzten Technik gefragt. Seine, wenn auch geringen, Polnischkenntnisse helfen dabei zu antworten. Holger Ziehm hat trotz aller Anstrengungen noch einen Blick für die schönen Städte und Landschaften der Region. Als Tourist war er schon des Öfteren in Polen.

Im 300 km östlich gelegenen Sandomierz ist das HCP-Modul des THW-Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland im Einsatz. Unter anderem gilt es auch hier, die Produktion eines großen Glaswerkes zu sichern. Durch einen Deichbruch ist die Lage angespannt. Das Hochwasser der Weichsel mit ihren Nebenarmen und Zuflüssen hat große bebaute Flächen überflutet.

Vor einer Geräuschkulisse, die vom Dröhnen der Hubschrauber, Amphibienfahrzeuge und Pumpenaggregate dominiert wird, arbeiten Michael Ruppert aus dem Ortsverband Lahnstein und Florian Behner aus dem Ortsverband Betzdorf. Beide überprüfen routinemäßig die Havarie-Pumpe des Ortsverbandes Theley. Erst vor zwei Wochen nahm Florian Behner an der Abschlussveranstaltung zum EU-Pilotprojekt „Flutmanagement – Cross Border“ teil. Zu dieser Zeit ahnte der Elektroingenieur noch nicht, dass dem theoretisch erörterten Katastrophenschutz unmittelbar die praktische Umsetzung folgen würde. Michael Ruppert kann seit 1997 auf einige großangelegte Hochwassereinsätze an Elbe und Oder zurückblicken. Für den Maschinenführer ist es der zweite Auslandseinsatz.

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind sich dessen gewiss, dass ihr Einsatz von den besten Wünschen der Heimat begleitet wird.

Text: Falk Dietrich, Team Öffentlichkeitsarbeit des LV SN, TH


Fotos zum Bericht:

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Oppeln (Opole)

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Oppeln (Opole)

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Oppeln (Opole)

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Oppeln (Opole)

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Oppeln (Opole)

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Oppeln (Opole)

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Oppeln (Opole)

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Oppeln (Opole)

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Oppeln (Opole)

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Oppeln (Opole)

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Holger Ziehm – Einsatzstelle Glasfabrik bei Oppeln (Opole)

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Michael Ruppert – Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Florian Behner – Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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gebrochener Deich – Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

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Einsatzstelle Glasfabrik bei Sandomierz

 Fotos: Falk Dietrich / Für Großansicht bitte anklicken



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